Pressemitteilung:

Für die geplante Erweiterung sollen rund 60.000 Quadratmeter Stadtwald weichen. Das bedeutet den Verlust Tausender Bäume und eines über Jahrzehnte gewachsenen Lebensraums für Tiere und Pflanzen. Diese Fläche soll für den weiteren Abbau von Gestein unwiederbringlich verändert werden. Ersatzpflanzungen können einen alten, funktionierenden Wald nicht kurzfristig ersetzen. Dass es um eine mögliche Erweiterung von sechs Hektar geht, ist öffentlich dokumentiert.

 Stadt Bad Kreuznach

Als wichtigstes Argument wird der Nutzen für die regionale Bauwirtschaft genannt. Kurze Transportwege und eine längerfristige Versorgung mit Naturstein sind zweifellos Gesichtspunkte, die geprüft werden müssen. Doch ebenso sorgfältig muss untersucht werden, ob dieser zusätzliche Abbau tatsächlich notwendig ist. In der weiteren Region bestehen bereits mehrere Steinbrüche, unter anderem bei Neubamberg, Kirn, Kirchheimbolanden, Waldböckelheim und Argenthal. Bevor sechs Hektar Wald geopfert werden, müssen verfügbare Kapazitäten, Transportentfernungen und Alternativen nachvollziehbar und unabhängig verglichen werden.

Besonders schwer wiegen die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Belange. Nach dem Protokoll einer städtischen Ausschusssitzung wies Dr. Vesper bereits 2018 darauf hin, dass das Erweiterungsgebiet im Heilquellenschutzgebiet liegt. Der Schutz der Heilquellen ist Teil des Grundwasserschutzes und für Bad Kreuznach von herausragender Bedeutung. Stadt Bad Kreuznach Der Stadtwald erfüllt darüber hinaus wichtige Funktionen für das lokale Klima, den Wasserhaushalt, den Rückhalt von Niederschlägen sowie für Erholung und Tourismus. Diese Leistungen lassen sich nicht allein in Tonnen Gestein oder kurzfristigen Einnahmen bemessen.

Hinzu kommt der Artenschutz. Die Waldhilfe berichtet, dass die Europäische Wildkatze in diesem Wald ihr Revier hat und dort auch der Kolkrabe, Europas größter Singvogel, brütete. Waldhilfe Der Kolkrabe erreicht eine Spannweite von etwa 115 bis 130 Zentimetern und brütende Paare sind reviertreu.

NABU 

Auch gesundheitlich ist Vorsorge geboten. Zusätzlicher Staub, Sprengungen, Maschinenlärm und Schwerlastverkehr können insbesondere Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Kinder und ältere Menschen belasten. Vor jeder Entscheidung braucht es deshalb transparente Gesamtprognosen zu Feinstaub, Lärm, Erschütterungen, Verkehr, Grundwasser und Heilquellen – einschließlich der bereits vorhandenen Belastung.Zudem liegt der Stadtwald im Landschaftschutzgebiet Nahetal und gehört zum Naturpark Soonwald-Nahe. Seine wichtigen Funktionen für das lokale Klima, den Wasserhaushalt, die Regenzurückhaltung, den Tourismus und als Erholungsgebiet für die Bürgerinnen und Bürger sind unbestritten (siehe dazu Umweltbericht der Stadt Bad Kreuznach im Jahr 2000). Das im Heilquellenschutzgebiet liegende Waldgebiet ist im Regionalplan der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe als regional bedeutsames zusammenhängendes Waldgebiet ausgewiesen.

Der Heilquellenschutz ist ein wichtiger Teil des gesamten Grundwasserschutzes der Stadt Dr. Vesper hatte sich 2018 schon einmal eindeutig dagegen ausgesprochen.

 Die jetzige Abruchkante lässt den Wald austrocknen. Wird diese Abbruchkante bis auf den Fernsehturm verlängert so werden weitere Waldteile zum Austrocknen gebracht.

Die Basalt AG zahlt keine Gewerbesteuern in Bad Kreuznach. Der Benefit für die Stadt erstreckt sich lediglich auf kostenlosen Schotter für Waldwege.

Wir sind es unseren Kindern und Enkeln schuldig, dieses einzigartige Landschafts- und Waldensemble nicht für einen Nutzen preiszugeben, der bislang weder ausreichend belegt noch gegen realistische Alternativen abgewogen wurde. Ein alter Wald ist unwiederbringlich. Deshalb lehne ich die geplante Steinbrucherweiterung ab und fordere den Stadtrat auf, dem Schutz von Gesundheit, Wasser, Artenvielfalt und Lebensqualität Vorrang zu geben.

Quelle: 

Text: Waldhilfe e.V. 

Bild: Kristof Mades und Andreas Hofmann – Fotomontage (KI-generiert)


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