Die Erkundungsbohrungen für den Neubau der Ochsenbrücke in Bad Kreuznach haben begonnen. Während der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Vorbereitungen vorantreibt, bleiben Fragen zur langfristigen Verkehrsplanung und zur Zusammenarbeit der beteiligten Stellen offen.

Seit dem 12. Oktober laufen die Erkundungsbohrungen im Bereich der Ochsenbrücke und der Behelfsbrücke. Untersucht wird der Baugrund nördlich und südlich der beiden Brückenteile. Die Ergebnisse sollen klären, unter welchen Bedingungen die neuen Widerlager errichtet werden können.

Die vom Bund und Land finanzierten Untersuchungen sind eine notwendige Grundlage für die weitere Planung. Der Baubeginn für die neuen Brücke wird nach den bisherigen Angaben für Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet.

Der Neubau der Ochsenbrücke ist eng mit der Verkehrsplanung im östlichen Innenstadtbereich verbunden. Kohlenweg, Fleischhauer-Kreisel und die sogenannte Ost-West-Trasse sind seit Jahren Gegenstand von Untersuchungen und politischen Diskussionen.

Bereits das Integrierte Verkehrsentwicklungskonzept von 2016 verdeutlichte, dass die Verkehrsprobleme nur im Zusammenhang betrachtet werden können. Weitere Untersuchungen folgten, eine abgestimmte und konsequent umgesetzte Gesamtlösung ist bislang jedoch nicht erkennbar.

Neben der Stadtverwaltung und den politischen Gremien ist auch die Deutsche Bahn gefordert, Stichwort Elektrifizierung. Da die diskutierte Ost-West-Verbindung entlang der Bahnstrecke verlaufen soll, sind auch die eisenbahnbetrieblichen, technischen und grundstücksbezogenen Rahmenbedingungen mit der Bahn abzustimmen. Wie diese Abstimmungen vorankommen und welche Voraussetzungen für eine Umsetzung noch fehlen, sollte transparent dargestellt werden.

Wie wird der Verkehr während der Bauzeit geführt?

Mit dem eigentlichen Brückenneubau sind erhebliche Einschränkungen zu erwarten. Die Ochsenbrücke ist eine wichtige Verkehrsverbindung. Umleitungen könnten weitere Straßen und Kreuzungen belasten, wenn alternative Verbindungen nicht rechtzeitig vorbereitet werden. Stadt, LBM und Bahn müssen deshalb ihre jeweiligen Zuständigkeiten koordinieren. Erforderlich sind frühzeitige Entscheidungen zur Verkehrsführung, zur Ost-West-Verbindung und zu den Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr.

Dass die Untersuchungen für den Brückenneubau vorankommen, ist zu begrüßen. Sie lösen jedoch nicht die grundsätzlichen Fragen der Verkehrsplanung. Nach Jahren der Diskussion sollten Stadtverwaltung und Stadtrat nachvollziehbar darlegen, welche Maßnahmen weiterverfolgt werden und wann konkrete Ergebnisse zu erwarten sind.

Die Erkundungsbohrungen sind ein notwendiger Schritt. Entscheidend ist nun, dass die beteiligten Stellen ihre Planungen rechtzeitig abstimmen und eine tragfähige Lösung für den Verkehr in Bad Kreuznach entwickeln. 


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