Vom 13. Juni bis zum 19. Juli wird die Fußball-Weltmeisterschaft erneut Millionen Menschen begeistern. Alle vier Jahre sorgt dieses Turnier weltweit für Begeisterung, Diskussionen und Emotionen. Neben den Olympischen Spielen zählt die Fußball-WM zu den bedeutendsten Sportereignissen überhaupt.
Die Weltmeisterschaft 2026 wird dabei größer als jemals zuvor. Erstmals nehmen 48 Mannschaften teil. Gespielt wird in 16 Stadien in drei Gastgeberländern: Mexiko, Kanada und den USA. Wegen der riesigen Entfernungen und der unterschiedlichen Zeitzonen wurden die Spielorte in regionale Gruppen, in sogenannten Cluster, eingeteilt.
Das Eröffnungsspiel bestreiten Mexiko und Südafrika am 11. Juni. Die deutsche Nationalmannschaft startet am 14. Juni gegen Curaçao ins Turnier. Der jüngste 4:1-Testspielsieg gegen Finnland macht Hoffnung auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft. Heute startete die Nationalmannschaft Richtung Chicago. Hoffentlich ist es kein böses Zeichen, dass sich der Abflug wegen eines Gewitters verzögerte.
Nach den sportlichen und politischen Diskussionen rund um die WM 2022 in Katar wünschen sich viele Zuschauer diesmal wieder mehr Konzentration auf den Fußball selbst. Die damaligen Debatten und die peinlichen symbolischen Gesten standen am Ende stärker im Mittelpunkt als die sportlichen Leistungen. Das frühe Vorrunden-Aus mit 1:2 gegen Japan bleibt vielen deutschen Fans noch unangenehm in Erinnerung.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler stellte inzwischen klar, dass der Fokus diesmal auf dem Sport liegen soll. Es gäbe zwar keinen Maulkorb, aber solche Aktionen unmittelbar vor Spielen werde es nicht geben. Viele Fußballfreunde dürften diese Haltung begrüßen.
Public Viewing diesmal schwieriger
Doch trotz aller Vorfreude wird das typische WM-Gefühl in vielen deutschen Städten wohl etwas anders ausfallen als bei früheren Turnieren. In Rheinland-Pfalz wurden bereits zahlreiche größere Public-Viewing-Veranstaltungen abgesagt oder gar nicht erst geplant.
Ein wesentlicher Grund dafür sind die späten Übertragungszeiten. Durch die Zeitverschiebung zu Nordamerika beginnen viele Spiele nach deutscher Zeit erst spät am Abend oder sogar nachts bis morgens.
Zwar hat die Bundesregierung eine Sonderregelung geschaffen, die bei WM-Spielen Ausnahmen vom üblichen Lärmschutz nach 22 Uhr ermöglicht. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine automatische Freigabe. Die Kommunen prüfen und genehmigen jede Veranstaltung.
Das Land Rheinland-Pfalz empfiehlt sogar, bevorzugt nur Spiele zu genehmigen, die zwischen 8 Uhr und 22 Uhr angepfiffen werden.
Hinzu kommen die finanziellen Belastungen. Großbildleinwände, Sicherheitsdienste, Straßensperrungen, Reinigung und Technik verursachen hohe Kosten. Viele Städte verweisen deshalb auf fehlende Haushaltsmittel. Gerade in Zeiten angespannter kommunaler Finanzen scheuen zahlreiche Kommunen diese zusätzliche Ausgaben.
Auch wirtschaftlich bleibt vieles unsicher. Niemand weiß, wie weit die deutsche Mannschaft tatsächlich kommt. Sollte erneut ein frühes Vorrunden-Aus passieren, könnten Veranstalter auf die Kosten sitzen bleiben. Entsprechend halten sich viele potenzielle Veranstalter zurück.
Dennoch müssen Fußballfans wohl nicht vollständig auf gemeinsames Mitfiebern verzichten. Vieles deutet darauf hin, dass einige Gaststätten, Vereine und private Veranstalter öffentliche Übertragungen trotzdem organisieren werden. Wer gemeinsam Fußball zu später Stunde schauen möchte und dies freizeitmäßig organisieren kann, sollte daher aufmerksam die regionalen Medien, Vereinsseiten oder Veröffentlichungen der Gastronomie verfolgen.


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