In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) am 1. Oktober 2026 wurden verschiedene Probleme auf dem Bad Kreuznacher Hauptfriedhof ausführlich thematisiert. Grundlage war eine Mitteilungsvorlage, die auf einen Anfrage von Stadtrat Jürgen Locher zurückging.
Im Mittelpunkt standen dabei mögliche Verstöße gegen die Friedhofsordnung und Beschwerden von Besuchern und Anwohnern. Genannt wurden unter anderem E-Scooter- und Fahrradverkehr, abgestellte Fahrräder, herumstehende Gießkannen, Vandalismusschäden sowie einzelne ungepflegte Gräber und dort gelagerte Gegenstände. Auch über störendes Verhalten wie laut geführte Telefongespräche oder Treffen von Personengruppen wurde berichtet.
Der Hauptfriedhof an der Alzeyer Straße ist nicht nur ein Ort der Bestattung und des Gedenkens, sondern zugleich eine bedeutende Grünfläche im Stadtgebiet. Bäume, bepflanzte Flächen und Sitzgelegenheiten prägen das Gelände. Für viele Besucher stehen Ruhe und Besinnung im Vordergrund. Gleichzeitig wird der Friedhof von Anwohnern und anderen Passanten auch als Erholungsraum genutzt.
Bereits in der Vergangenheit hatte es Beschwerden über Ruhestörungen und nächtliche Treffen gegeben. Nach den Schilderungen in der Sitzung beschränken sich die Probleme inzwischen jedoch nicht mehr ausschließlich auf die Nachtstunden. Insbesondere der zunehmende Fahrrad- und E-Scooter-Verkehr auf den Verbindungswegen zwischen Alzeyer Straße und Mannheimer Straße wurde kritisch angesprochen. Diese Wege werden teilweise als Abkürzungen im Berufs- und Schülerverkehr genutzt.
Zur Sitzung war auch der Leiter des Friedhofs, Markus Foos, eingeladen. Er nahm zu den angesprochenen Kritikpunkten aus Sicht der Friedhofsverwaltung Stellung.

Ein weiteres Thema war die teilweise veraltete Beschilderung. Vorgeschlagen beziehungsweise angesprochen wurden unter anderem zeitgemäße Hinweise und Piktogramme. Allerdings bleibt erfahrungsgemäß die Frage, inwieweit zusätzliche Beschilderungen tatsächlich zu einer besseren Einhaltung der Friedhofsordnung führen können.

Bei einem eigenen Rundgang am vergangenen Sonnabend zeigte sich ein differenziertes Bild. Vereinzelt waren Gießkannen hinter Gräbern oder in Büschen abgestellt, zudem war an einigen Stellen etwas Müll zu sehen. Insgesamt machte der Friedhof jedoch keinen außergewöhnlich ungepflegten Eindruck. Bei wenigen vernachlässigten Gräbern könnte es sinnvoll sein, zu prüfen, ob noch Angehörige vorhanden sind und ob diese die Grabpflege weiterhin leisten können.

Deutlich auffälliger war hingegen der Fahrrad- und E-Scooter-Verkehr. Auf den asphaltierten Hauptwegen und den dazwischenliegenden Verbindungen herrschte zeitweise reger Verkehr. Teilweise fuhren Radfahrer und E-Scooter-Nutzer sogar durch die Grabreihen. Ein solches Verhalten steht dem Charakter eines Friedhofs als Ort der Ruhe und des Gedenkens entgegen. Dies sollte nicht geduldet werden.

Aus den angesprochenen Problemen ergibt sich damit vor allem die Frage, wie die Einhaltung der bestehenden Friedhofsordnung künftig besser gewährleistet werden kann. Neben einer verständlichen und aktualisierten Beschilderung könnten dabei auch Aufklärung und die konsequente Ansprache von Regelverstößen eine Rolle spielen. Dabei sollten neben der Friedhofsverwaltung auch Bestattungsunternehmen und andere Beteiligte die Besucher über die besonderen Regeln und die notwendige Rücksichtnahme informieren.
Schließlich ist auch der finanzielle Aspekt zu berücksichtigen: Die Pflege und Unterhaltung des Hauptfriedhofs verursachen erhebliche Kosten. Ein zusätzlicher Reinigungs-, Reparatur- oder Pflegeaufwand führt letztlich auch zu höheren finanziellen Belastungen für die Stadt und damit mittelbar für die Bürger.
Der Hauptfriedhof bleibt ein Ort, an dem unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen: Trauer und Gedenken, Erholung und gleichzeitig die Nutzung bestimmter Wege als Verkehrsverbindungen. Ziel sollte es sein, diese Interessen so miteinander zu verbinden, dass die Würde und Ruhe des Friedhofs gewahrt bleiben und rücksichtsloses Verhalten unterbunden wird.


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