Seit Beginn des Schuljahres 2026 gilt in Bad Kreuznach eine veränderte Buslinienführung. Die Änderungen an den Linien 202, 204 und 205 sowie die Einführung der neuen Linie 211 sollen unter anderem neue Verbindungen schaffen. Bei betroffenen Anwohnern gibt es jedoch Kritik, insbesondere am Wegfall der Haltestelle „Hohe Bell“ und an den Änderungen im Bereich der Dürerstraße.
Linie 211 und wegfallende Haltestellen
Die bisherige Linie 205 führte über die Dürerstraße und das Wohngebiet Weingärten zum Einkaufs- und Gewerbegebiet an der Bosenheimer Straße und am Schwabenheimer Weg. Mit der Neuordnung entfallen die Haltestellen Hermann-George-Weg und Spielplatz in der Dürerstraße. Damit verlieren die Anwohner eine direkte Busverbindung zu den dortigen Einkaufsmöglichkeiten.
Die neue Linie 211 verbindet den Bahnhof mit dem General-Rose-Gewerbepark, dem Justizzentrum und der St.-Franziskuskirche, bevor sie über die Matthias-Grünewald-Straße zum Bahnhof zurückfährt. Sie ersetzt die frühere Linienführung der 205 damit nur teilweise. Als Begründung für die Änderungen wurde die vergleichsweise geringe Fahrgastzahl der bisherigen Linie 205 genannt. Ob die verkürzte Linie 211 besser ausgelastet sein wird, bleibt abzuwarten. Auch die erneute Führung durch die enge Matthias-Grünewald-Straße wirft Fragen auf.
Wegfall der Haltestelle „Hohe Bell“
Besonders betroffen sind die Anwohner der bisherigen Haltestelle „Hohe Bell“, die von der Linie 204 nicht mehr bedient wird. Als Alternative steht die Haltestelle „Segelfalterweg“ zur Verfügung. Der dorthin führende Fußweg verläuft bergauf und ist nach Einschätzung betroffener Anwohner insbesondere für ältere und behinderte Menschen schwer zu bewältigen.

Der schwerbehinderte Anwohner Jakob Schulmerisch hat das Problem mehrfach öffentlich angesprochen, zuletzt in der Bürgerfragestunde des Stadtrates. Er verweist darauf, dass die Haltestelle „Hohe Bell“ seit Langem angefahren wurde. Auch der Einwand, sie liege in einer Privatstraße, sei für ihn nicht überzeugend, da dort beispielsweise auch die städtische Kehrmaschine unterwegs sei.
Bei einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt, des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) und der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH (KRN) wurde die Situation erörtert. Mitglieder der Eigentümergemeinschaft „Hohe Bell“ nahmen ebenfalls teil. Auch der Behindertenbeirat äußerte Kritik. Nach Angaben der Stadt soll der RNN die Angelegenheit prüfen.

Fragen zur Planung und Bürgerbeteiligung
Die Änderungen werfen die Frage auf, inwieweit die Stadt Bad Kreuznach und die betroffenen Bürger in die Planung einbezogen wurden. Wurden die Auswirkungen auf die Bewohner der Dürerstraße und der „Hohen Bell“ vorab ausreichend geprüft? Und wurden mögliche Einschränkungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen berücksichtigt?
Auch wenn die Planung in Zusammenarbeit mit dem RNN und der KRN erfolgt, sollte die Stadt die Interessen der betroffenen Einwohner vertreten. Eine frühzeitige Beteiligung hätte dazu beitragen können, Probleme vor der Umstellung zu erkennen.
Nun sind nachvollziehbare Antworten und eine Prüfung der betroffenen Verbindungen gefragt. Insbesondere für die Haltestelle „Hohe Bell“ sollte geklärt werden, ob eine praktikable Lösung möglich ist. Ebenso bleibt zu prüfen, ob die neue Linienführung der 211 und der Wegfall der Haltestellen in der Dürerstraße den tatsächlichen Verkehrsbedürfnissen entsprechen.


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