Das geplante Wohnbauprojekt der Gewobau auf einem ehemaligen Motorpool-Gelände an der Alzeyer Straße sorgt weiterhin für Diskussionen. Das Grundstück zwischen Steinkaut und Töpferstraße liegt seit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte brach und wurde von Anwohnern über viele Jahre als naturnahe Freifläche genutzt. Nun soll dort im Rahmen der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine Wohnbebauung entstehen.

Bereits in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) im Mai wurde das Vorhaben vorgestellt. Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Mehrere Anwohner haben daraufhin Widerspruch bei der Stadtverwaltung eingelegt. Sie befürchten unter anderem den Verlust ihrer Privatsphäre, eine stärkere Verschattung ihrer Grundstücke sowie Beeinträchtigungen durch die Gebäudehöhe und den geringen Abstand zur bestehenden Wohnbebauung.

Die Gewobau hat inzwischen erneut deutlich gemacht, dass an der Planung aus dem Jahr 2023 festgehalten wird. Nach Angaben des Unternehmens würde eine Verkleinerung der Gebäude oder der Verzicht auf ein Vollgeschoss die Wirtschaftlichkeit des Projekts erheblich beeinträchtigen. Bereits eine Reduzierung der Wohnfläche um etwa 15 Prozent würde den wirtschaftlichen Ertrag so stark verringern, dass das Vorhaben in der geplanten Form nicht mehr umgesetzt werden könnte.

Als kommunales Wohnungsbauunternehmen verweist die Gewobau darauf, Investitionen grundsätzlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten über einen langfristigen Zeitraum von rund 50 Jahren bewerten zu müssen. Gleichzeitig sei es der Auftrag des Unternehmens, bezahlbaren Wohnraum in guter Qualität zu schaffen. Die anfängliche Nettokaltmiete soll bei rund 8,10 Euro pro Quadratmeter liegen. 

Nach Angaben der Gewobau wurde das Bauvorhaben von der Oberen Bauaufsichtsbehörde geprüft. Diese habe bestätigt, dass sich die geplanten Gebäude in die vorhandene Bebauung einfügen. Im Umfeld befinden sich sowohl Einfamilienhäuser als auch mehrere mehrgeschossige Wohngebäude. Die vorgesehenen Abstandsflächen, Balkone und Grünanlagen sollen dazu beitragen, die Privatsphäre der Anwohner und der künftigen Mieter zu berücksichtigen.

Kritisch gesehen wird von einigen Beobachtern auch das Vorgehen der Stadtverwaltung. Bereits während der PLUV-Sitzung im Mai hatte Bauamtsleiter Schuckmann auf die Bedenken der Anwohner hingewiesen. Aus Sicht der Kritiker hätten frühzeitige Gespräche mit den betroffenen Anliegern möglicherweise dazu beitragen können, Konflikte zu entschärfen. 

Nach dem Ärger bei den Schulstraßen, den Parkgebühren und anderen Problemen droht durch das Handeln des Oberbürgermeisters Letz und seiner Verwaltung weiterer Ärger. Entweder wird das Bauprojekt nicht wie geplant umgesetzt oder es hinterlässt enttäuschte Anwohner. Nach vier Jahren im Amt erwartet man doch mehr professionelles Agieren des Oberbürgermeisters. Ob das Bauprojekt wie geplant umgesetzt werden kann oder ob es noch Änderungen geben wird, bleibt abzuwarten.


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