Lange war es ruhig um das umstrittene Moschee-Projekt am Grenzgraben in Bad Kreuznach. Nun kommt offenbar wieder Bewegung in diese Angelegenheit:

Wie bereits mehrere Medien berichteten, hat die Ditib-Gemeinde nun doch überraschend eine Baubeginnanzeige für den geplanten Neubau eingereicht. Damit soll offenbar verhindert werden, dass die bestehende Baugenehmigung verfällt.

Das Grundstück liegt zwischen dem Gartencenter Rehner und dem C&C-Markt. Bereits seit dem Jahr 2016 befindet sich die Fläche im Eigentum der Ditib-Gemeinde. Schon damals sorgte das Vorhaben für Diskussionen – insbesondere bei Anwohnern in Bosenheim und Planig, sowie bei einigen umliegenden Gewerbebetrieben. Viele hatten möglicherweise nach der langen Ruhephase gehofft, dass das Projekt nicht mehr umgesetzt wird.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr am Dienstag, dem 9. Juni, informierte Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP) die Ausschussmitglieder über die eingereichte Baubeginnanzeige. Diese Nachricht kam für viele der Anwesenden offensichtlich überraschend. Nach Angaben des Oberbürgermeisters Letz hatte die Ditib zwischenzeitlich auch ein anderes Grundstück ins Auge gefasst. Allerdings scheiterte diese Alternative jedoch an den unterschiedlichen Preisvorstellungen. So die Mitteilung. Nun soll der Neubau doch wieder am ursprünglich vorgesehenen Standort am Grenzgraben entstehen. Unklar bleibt allerdings, wann tatsächlich mit Bauarbeiten begonnen werden kann. Die Bauverwaltung fordert – dem Vernehmen nach – noch weitere Unterlagen an. 

Die Planungen für die Moschee reichen bereits mehrere Jahre zurück. Seit 2017 verfolgt die Ditib-Gemeinde das Vorhaben am Grenzgraben. Im Jahr 2020 wurde der Bauantrag gestellt, der schließlich 2022 genehmigt wurde.

Besonders umstritten war das Projekt immer wieder wegen der erwarteten Besucherzahlen und der damit verbundenen Parkplatzfrage. Zuletzt war von rund 960 Besuchern die Rede. Diese Zahl liegt deutlich über früheren Angaben und wirft erneut Fragen zur Verkehrsbelastung am Grenzgraben auf. Gerade in einem Gebiet, das bereits durch Gewerbe, Einkaufsverkehr und Durchgangsverkehr geprägt ist, dürfte ein zusätzlicher Besucherverkehr nicht ohne Folgen bleiben. Bei den Anwohner in Bosenheim und Planig, sowie auch bei den benachbarten Gewerbebetriebe dürfte diese Nachricht sicherlich Reaktionen hervorrufen.

Seit 2016 gab es immer wieder Widerspruch gegen das Bauvorhaben. Die nun eingereichte Baubeginnanzeige dürfte diese Debatte – auch politisch – neu entfachen. Es ist daher zu erwarten, dass das Thema in Bad Kreuznach wieder verstärkt politisch und öffentlich diskutiert wird. Der geplante Moschee-Neubau am Grenzgraben bleibt damit weiterhin ein umstrittenes Bauvorhaben der Stadt. Nun wird sich zeigen, ob aus der jahrelangen Planung tatsächlich ein konkreter Baustart wird – und wie Stadt, Politik, Anwohner, Gewerbetreibende und die Öffentlichkeit mit dieser neuen Entwicklung umgehen.


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