Wieder einmal entdeckt die FDP-Kirn pünktlich zur nächsten Presserunde das Thema Sicherheit für sich – mit großem Pathos, scharfen Forderungen und dem festen Glauben, dass ein Brief an den Verbandsbürgermeister schon fast als Tatkraft durchgeht. Gelbe Warnlichter vor dem politischen Untergang, dazu blaues Blinken in Richtung Law-and-Order – nur um bei der entscheidenden Weichenstellung zuverlässig stehen zu bleiben. Ein inzwischen bestens eingeübtes Schauspiel.
Da werden „ehrliche Zahlen“, „Transparenz“ und „konkrete Maßnahmen“ verlangt, als hätte man diese Instrumente nicht selbst seit Jahren griffbereit gehabt. Geprüft werden soll alles, diskutiert werden soll alles, berichtet werden soll alles – nur wenn es darum geht, tatsächlich Verantwortung zu übernehmen oder unpopuläre Entscheidungen konsequent durchzuziehen, wird aus markigen Worten plötzlich erstaunlich leises Räuspern.
Besonders bemerkenswert ist die Empörung über fehlende Videoüberwachung. Man fordert „ergebnisoffene Prüfungen“, obwohl man genau weiß, dass am Ende wieder dieselben halbgegarten Ausreden präsentiert werden, warum leider doch nichts geht. Aber bis dahin hat man das Thema erfolgreich durch die Presse getragen – und dort wird bekanntlich gern gedruckt, sobald irgendwo energisch ein Stift gezückt wird.
Auch der Kirner-Bahnhof darf natürlich nicht fehlen: traditioneller Brennpunkt, zuverlässig geeignet für starke Worte und symbolische Betroffenheit. Dort verlangt man dann „spürbare Verbesserungen“, vorzugsweise ohne selbst spürbar etwas beitragen zu müssen.
Am Ende bleibt der vertraute Ablauf: Einmal im Jahr Sicherheit entdecken, ein paar kernige Zitate liefern, Schulterklopfer einsammeln, Schlagzeilen mitnehmen – und sich danach wieder dem nächsten Aufregerthema widmen. Konsequenz zeigt die Kirner-FDP vor allem in einer Sache: im zuverlässigen Verwechseln von Pressearbeit mit Problemlösung.


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