Trotz „Aktion Saubere Stadt“ scheint in einigen Ecken inzwischen eher das Motto zu gelten: Abwarten, liegen lassen, aussitzen. Natürlich ausgenommen sind dabei die Mitarbeiter des Bauhofs – sie erledigen sichtbar das, was sie dürfen und wofür sie eingesetzt werden. Die Verantwortung für Zustände wie diese liegt daher kaum bei ihnen, sondern vielmehr dort, wo entschieden wird, was Priorität hat – oder eben nicht.

Denn offenbar stellt sich inzwischen die Frage, ob das Reinigen der Straßen stillschweigend eingestellt wurde. Vom wuchernden Unkraut ganz zu schweigen. Noch auffälliger sind jedoch die Stellen, an denen sich Taubenkot sammelt – bekanntlich nicht gerade gesundheitsfördernd – ohne dass sich jemand zuständig fühlt. Ebenso bleiben Treppenanlagen, die im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht eigentlich sauber und sicher gehalten werden müssten, sich selbst überlassen.

Die aktuellen Bilder stammen bereits vom Anfang der Woche. Seit Ostern hat sich dort nichts verändert. Wie aus Beobachtungen hervorgeht, ist kein neuer Müll hinzugekommen – der Unrat und der Taubenkot lagen bereits vor den Feiertagen dort. Ein früherer Bericht hatte den Zustand schon dokumentiert. Passiert ist seitdem: nichts.

Dabei war es doch die Stadtspitze selbst, die einst die „Aktion Saubere Stadt“ ins Leben rief. Heute wirkt dieser Slogan eher wie ein Relikt aus besseren PR-Zeiten. Fast symbolisch liegt an einer der betroffenen Stellen ein FDP-Flyer auf dem Boden – ausgerechnet jener Partei also, deren jetziger Oberbürgermeister sich einst lautstark für eine saubere Stadt starkmachte. Offenbar galt dieses Engagement vor allem bis zum Wahltag.

So bleibt den Bürgern derzeit vor allem eines: zuzusehen, wie Schmutz, Taubenkot und Gleichgültigkeit um die Wette wachsen.


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