Die geplante Stationsoffensive des Zweckverbands Öffentlicher Personennahverkehr (ZÖPNV) Süd, die im Idealfall die Mobilität in Rheinhessen verbessern sollte, ist ein Paradebeispiel für jahrzehntelanges Planen ohne konkrete Umsetzung. Seit der ersten Erwähnung im Jahr 2014 durch die damalige Oberbürgermeisterin bei einem Bürgergespräch ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen und die Realität spricht eine klare Sprache: Es gibt keine neuen Bahnstationen, keine präzisen Termine für Baubeginn oder Bauabläufe – nur ein stetiges Dumpfbacken von Absichtserklärungen, die wohl nie in rege Updates übergehen werden.
Im Jahr 2019 sollte alles schnell und unkompliziert verwirklicht werden – stattdessen stehen wir jetzt im Jahr 2026 und sichern uns lediglich weitere Ausreden und eine nebulöse Öffentlichkeitsarbeit. Dabei handelt es sich um vermeintlich einfache Infrastrukturmaßnahmen: die geplanten Haltepunkte in Bad Kreuznach (Planig, Pfingstwiese, Rheingrafenstraße) und die Erweiterungen auf den wesentlichen Verkehrsachsen in der Region sind nicht von Xi zu beantworten!
Die geplante Kostenbeteiligung durch den Bund und das Land Rheinland-Pfalz ist löblich, aber realistisch betrachtet ein trauriger Witz, wenn trotz mehrjähriger Planungen bis jetzt keine Baumaßnahmen in Sicht sind. Die tatsächlichen Baukosten und Finanzierungsanteile bleiben im Unklaren und werden nicht einmal ansatzweise beziffert. Es ist fraglich, wie viel Zeit den verdutzten Bürgern und Reisenden zugemutet werden kann, während man parallel über Pläne philosophiert.
Franz Engbarth vom ZÖPNV Süd könnte problemlos als Meister des Aufschiebens hervorgehoben werden – keine Antworten auf die potenzielle Nachfrage und keine klare Zusage der kommunalen Mitfinanzierung deuten auf wenig Engagement hin. Diese völlige Ungewissheit zeugt von einer institutionellen Untätigkeit, die für fahrgäste keine echten Perspektiven bietet.
Die enttäuschende Realität ist, dass Personen im täglichen Pendelverkehr, zur größeren Bilanz, immer noch im Ungewissen sitzen – wo bleibt natürlich der schimmernde Lichtblick des Löwenstegs, der Ochsenbrücke und viele weitere schönen Pläne für die notwendige Elektrifizierung der Nahestrecke? Unter dem Strich, wenn Staub und Worte alles sind, erklärt auch Diesel nicht das Stillhalten einer erhofften Mobilitätsrevolution. Rheinhessen braucht jetzt konkrete Ergebnisse, keine Pläne in Luftschlössern!


Schreibe einen Kommentar