Es ist wirklich beunruhigend, wie Ministerpräsident Alexander Schweitzer beim jüngsten Wahlkampfauftritt die Situation des „Krankenhaus Kirn“ traktieren kann, als wäre alles in bester Ordnung. Unter dem Vorwand des Erhalts des Krankenhauses formuliert er ein eindrucksvolles Versprechen, das jedoch im krassen Gegensatz zu den Tatsachen steht. Er schaut sich in die Augen der Bürger und spricht euphemistisch von „Investitionen aus dem Landeshaushalt“, als könnte er mit ein paar warmen Worten tatsächlich die Realität verändern und ein funktionierendes Krankenhaus zaubern. Was er verschweigt, ist die jahrelange Vernachlässigung und der schleichende Rückzug der SPD von der echten, adequaten Gesundheitsversorgung.
Seine Darstellung der sogenannten Regioklinik als eine tolle Neugestaltung ist pure Augenwischerei. Anstatt eines richtigen Krankenhauses lassen wir uns eine Art modernisierte „Notfallsprechstunde“ auftischen, die den Bedürfnissen der Leute hier in Kirn und Umgebung nicht ansatzweise gerecht wird. Wer lässt sich schon von einer eingeschränkten Öffnungszeit, verminderten Bettenzahlen und der Frage, ob die Telemedizin im Fall eines Notfalls tatsächlich helfen kann, beruhigen? Im Grunde genommen gibt es doch keinen Notdienst mehr – das klingt eher nach einem ausgeklügelten Etikettenschwindel.
Hier wird der Öffentlichkeit nichts Geringeres als eine seiere Abspeckversion zugemutet, die direkt in eine Art Gesundheitszentrum führen soll, das eher einem Schminkspiegel für die verfehlte Gesundheitspolitik der SPD entspricht. Es wird Zeit, dass führende Politiker erkennen, dass wir Lösungen brauchen, die nicht nur gut klingen, sondern auch funktionieren. Das Kirner Land hat eine funktionierende Krankenhausversorgung verdient, keine Alibiveranstaltung, hinter der sich die Politik verstecken kann.
Die bissigen Worte von Oberarzt Rudolf Benz erscheinen bereits als traurige, logische Schlussfolgerung dieser Entwicklung: Binnen kurzer Zeit können wir als Gemeinde die ernsthafte Gefahr erleben, vor einem geschlossenen Gebäude zu stehen – und das unter den Angesicht zukunftsträchtiger Versprechen von Schweitzer. Lieber Herr Schweitzer, wenn das, was Sie präsentieren, tatsächlich die Zukunft der medizinischen Versorgung hier darstellen soll, dann darf Kirn auf keinen Fall auf Ihre Vision setzen. Gründliches Abwägen, wie er sagt, ist mehr denn je notwendig, damit wir nicht in einem leeren Versprechen enden.


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