Die Entscheidung ist gefallen: Der Bad Kreuznacher Stadtrat hat am letzten Donnerstag, den 27. August, die Schließung des Bäderhauses beschlossen. Der kommunale Betrieb soll zum 30. Juni 2027 enden.
Eine Entscheidung, die vielen Bürgerinnen und Bürgern sicherlich schmerzt. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt ist sie jedoch nachvollziehbar und letztlich auch zu akzeptieren. Der Betrieb des Bäderhauses verursacht inzwischen ein jährliches Defizit von rund einer Million Euro. Noch vor einiger Zeit war von etwa 700.000 Euro die Rede – ebenfalls eine erhebliche Belastung für den städtischen Haushalt.
Hinzu kommen notwendige Investitionen in Millionenhöhe, insbesondere in die technische Infrastruktur. Auf Fördermittel kann die Stadt nach den bisherigen Angaben der Verwaltung beim Bäderhaus allerdings nicht hoffen. Das Angebot gilt als freiwillige kommunale Leistung und hat damit deutlich schlechtere Voraussetzungen für eine Förderung. Der Begriff „nice to have“ ist in diesem Zusammenhang mehrmals gefallen.
Mit der Schließung soll die Geschichte des Gebäudes allerdings nicht beendet sein. Der Stadtrat beschloss deshalb, über ein konzeptgebundenes Markterkundungsverfahren zu prüfen, ob ein privater Investor eine tragfähige Nutzung für das Gebäude entwickeln kann.
Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Eine jahrelange leerstehende Immobilie und ein damit verbundener Wertverlust müssen unbedingt vermieden werden. Aber dabei sollte auch Raum für ungewöhnliche und kreative Ideen sein. Gerade im Wirtschaftsleben gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Gebäude durch neue Nutzungskonzepte erfolgreich weiterentwickelt werden können.
Allerdings gilt auch: Bei allen Überlegungen darf nicht vergessen werden, dass finanzielle Risiken letztlich mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger verbunden sind. Kreativität und Offenheit sind deshalb genauso wichtig wie wirtschaftliche Vernunft und Verantwortungsbewusstsein.
Während das Bäderhaus geschlossen werden soll, richtet sich der Blick gleichzeitig stärker auf die Crucenia-Therme. Auch dort stehen millionenschwere Investitionen an. Die Voraussetzungen für Fördermittel werden bei der Therme jedoch deutlich besser eingeschätzt.
Als Kur- und Badestadt hat Bad Kreuznach ein besonderes Interesse an einem zukunftsfähigen Thermal- und Gesundheitsangebot. Geplant ist möglicherweise ein neuer Saunabereich. Dadurch könnten künftig Teile des bisherigen Bäderhaus-Angebots in die Crucenia-Therme integriert werden.
Das könnte langfristig die bisher getrennten Angebote unter einem gemeinsamen Dach zusammenführen. Voraussetzung ist allerdings, dass die geplanten Maßnahmen auch unter dem Gesichtspunkt möglicher Förderungen sinnvoll und finanzierbar umgesetzt werden können.
Die höheren Besucherzahlen der Crucenia-Therme sprechen für diesen Ansatz. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe, eine neue und wirtschaftlich tragfähige Struktur zwischen den städtischen Gesellschaften zu schaffen.
Ausgangspunkt für den Beschluss war die Arbeit der fraktionsübergreifend besetzten Arbeitsgruppe „Neustrukturierung der städtischen Gesellschaften“. Sie hatte sich in mehreren Sitzungen intensiv mit der Zukunft der Bad Kreuznacher Bäderlandschaft beschäftigt. Die Arbeitsgruppe soll ihre Arbeit fortsetzen. Insbesondere müssen Lösungen für den steuerlichen Querverbund, mögliche Fördermittel und die künftige Zusammenarbeit der städtischen Gesellschaften gefunden werden.
Mit dem Beschluss zur Schließung des Bäderhauses ist das Thema daher keineswegs erledigt. Im Gegenteil: In den kommenden Monaten und Jahren wird es noch zahlreiche Diskussionen geben. Angesichts der Tatsache, dass die Einrichtungen in Bad Kreuznach auch von Bürgern des Umlandes genutzt werden, muss hier auch für die zukünftige Finanzierung entsprechend geplant werden. Für die Stadtverwaltung, den Stadtrat und die städtischen Gesellschaften geht es jetzt darum, aus der schwierigen Entscheidung eine tragfähige Perspektive für die Bad Kreuznacher Bäderlandschaft zu entwickeln. Und natürlich wird die Entwicklung auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger noch lange beschäftigen.


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