Ein Waldbrand bei Traisen hat am Wochenende einen Großeinsatz der Feuerwehr und weiterer Hilfskräfte ausgelöst. Am Samstagnachmittag waren mehrere Notrufe eingegangen, in denen eine starke Rauchentwicklung in einem Waldgebiet nahe Traisen gemeldet wurde. Daraufhin wurden zahlreiche Einsatzkräfte alarmiert.

Mehr als 100 Feuerwehrleute und Helfer waren im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Beteiligt waren unter anderem Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Rüdesheim, der Verbandsgemeinde Nahe-Glan, der Stadt Bad Kreuznach sowie weitere Hilfsorganisationen. Der Einsatz dauerte bis spät in die Nacht an und setzte sich auch am Sonntag fort.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Das betroffene Waldgebiet liegt in bergigem und unwegsamem Gelände. Dadurch konnten die Einsatzkräfte viele Brandstellen nur schwer erreichen. Hinzu kamen die hohen Temperaturen von nahezu 40 Grad, die sowohl die Brandbekämpfung als auch die körperliche Belastung der Einsatzkräfte zusätzlich erschwerten.

Neben dem Einsatz von Strahlrohren wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Dieser warf mit einem Außenlastbehälter Wasser über dem Brandgebiet ab, um die Löscharbeiten aus der Luft zu unterstützen. 

Eine besondere Gefahr stellte die mögliche Belastung des Gebietes mit Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg dar. Der Bereich gilt als Kampfmittelgefahrengebiet. Im Zusammenhang mit dem Brand wurden auch Knallgeräusche beziehungsweise Explosionen gemeldet. Deshalb mussten die Einsatzkräfte mit besonderer Vorsicht vorgehen. Die zuständigen Behörden und der Kampfmittelräumdienst müssen die Lage in dem betroffenen Waldgebiet weiter bewerten.

In der Nacht wurden vorsorglich Bewohner aus gefährdeten Bereichen in Traisen informiert und evakuiert. Die Menschen wurden unter anderem per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Für Unterkunft und Verpflegung wurde gesorgt. Nach Angaben aus Medienberichten handelte es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme; eine unmittelbare Gefahr für Gebäude wurde zunächst nicht gemeldet.

Auch am Sonntagmorgen waren noch Brandstellen aktiv. Der Einsatz dürfte deshalb noch längere Zeit andauern. Die Versorgung der Einsatzkräfte wurde durch Schnelleinsatzgruppen Betreuung und Verpflegung sichergestellt.

Zur Ursache des Waldbrandes liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Genauere Angaben zur Brandfläche, zum Einsatzverlauf und zur möglichen Kampfmittelbelastung werden voraussichtlich erst nach Abschluss der Löscharbeiten und der weiteren Bewertung durch die zuständigen Stellen möglich sein.

Aktualisiert 15.30 Uhr:

Traisen: Vollständige Evakuierung wegen Waldbrand angeordnet

Der Waldbrand bei Traisen hat sich am heutigen Sonntag weiter zugespitzt. Nachdem bereits in der Nacht vorsorglich Teile des Ortes evakuiert worden waren, ordnete die Einsatzleitung die vollständige Evakuierung der Ortsgemeinde Traisen an. Betroffen sind rund 650 Einwohner. Sie wurden in der Birkenberghalle in Roxheim untergebracht und werden dort versorgt.

Grund für diese weitreichende Maßnahme ist die weitere Ausbreitung des Brandes in dem schwer zugänglichen Waldgebiet. Nach aktuellen Angaben umfasst die Brandfläche inzwischen rund 2,7 Hektar. Eine unmittelbare Gefahr für Gebäude wurde weiterhin nicht gemeldet. Die Evakuierung dient vor allem dem Schutz der Bevölkerung und der Entlastung der Einsatzkräfte. 

Die Landesstraße 236 zwischen Rüdesheim und Norheim ist gesperrt.

Zur Ursache des Waldbrandes liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Im Vordergrund stehen derzeit die Eindämmung des Feuers, die Sicherheit der Bevölkerung und die Bewertung der Kampfmittellage. Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, den Einsatzbereich weiträumig zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.


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