In Bad Kreuznach wird der öffentliche Verkehrsraum zunehmend zum Konfliktfeld. Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in der Südstadt und im Industriegebiet geraten Fußgänger, Radfahrer, E-Roller-Fahrer und Autofahrer immer häufiger aneinander. Besonders die Fußgänger – als schwächste Verkehrsteilnehmer – haben dabei oft das Nachsehen und sind gefährdet.
Gerade ältere Menschen, Familien mit Kindern, Menschen mit Kinderwagen oder Rollator brauchen sichere Wege. Doch vielerorts entsteht bei den Bürgern der Eindruck, dass ihre Interessen vom Ordnungsamt der Stadt nicht ausreichend berücksichtigt werden. Gehwege werden blockiert, E-Roller und Fahrräder fahren dort, wo eigentlich Fußgänger geschützt sein sollten. Auch bei Baustellenführungen, etwa im Industriegebiet, zeigt sich immer wieder, dass Fußgänger offenbar nicht an erster Stelle stehen.
Besonders kritisch ist die Lage in der Fußgängerzone Mannheimer Straße, vor allem im Bereich der Brückenhäuser. Dort sind viele Familien, Besucher und Touristen unterwegs. Wenn zusätzlich Fahrräder, E-Roller, Lieferfahrzeuge oder verirrte Autos auftauchen, wird es schnell gefährlich. Dass es dort noch nicht zu einem schweren Unfall gekommen ist, darf die Stadtverwaltung nicht als Entwarnung verstehen und weiterhin nicht im erforderlichen Maße tätig sein.
Umso unverständlicher ist die Zurückhaltung des Ordnungsamtes. Warum wird nicht konsequenter kontrolliert? Warum werden Radfahrer und E-Roller-Fahrer in sensiblen Bereichen nicht klar zum Schieben ihrer Fahrzeuge verpflichtet? Warum werden Hinweise und Vorschläge von Anwohnern nicht ernsthaft geprüft? Die Stadt wirkt hier zu untätig.
Oberbürgermeister Emanuel Letz und der Stadtvorstand stehen in der Verantwortung. Ermunternde Worte reichen nicht aus, wenn im Alltag keine spürbaren Verbesserungen folgen. Viele Bürger erwarten zu Recht, dass die Verwaltung endlich sichtbar und wirkungsvoll handelt. Gerade beim Thema Ordnung, Sicherheit und Verkehrsführung in der Stadt bleibt die Bilanz bisher enttäuschend. Herr Oberbürgermeister Lenz ist den Bürgern der Stadt Bad Kreuznach noch vieles von seinen Wahlversprechen schuldig. Bis jetzt ist seine Tätigkeit kritikwürdig, vorsichtig ausgedrückt.
Bad Kreuznach braucht klare Regeln, bessere Kontrollen und eine Verkehrsführung, die den Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt stellt. Fußgängerzonen müssen wieder echte Schutzräume für Fußgänger sein. Gehwege dürfen nicht zur Ausweichfläche für alles werden, was im Verkehr sonst keinen Platz findet. Wer eine lebenswerte Innenstadt und sichere Stadtteile will, muss handeln – nicht irgendwann, sondern jetzt.


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